Der Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft könnte eine Möglichkeit sein, mehr Kohlenstoff im Ackerboden zu speichern und so den Klimaschutz voranzubringen. Eine Tagung in Haren hat sich mit dem Thema beschäftigt.

Organisiert wurde die Veranstaltung im Saal Hagen in Haren von den Unternehmen Brink aus Ringe (Grafschaft Bentheim) und Hebrico aus Walchum in Kooperation mit dem Emsländischen Landvolk, dem 3N Kompetenzzentrum in Werlte sowie dem BUND. Wie 3N-Geschäftsführerin Marie-Luise Rottmann-Meyer mitteilte, waren rund 100 Landwirte und Interessierte dabei und hörten eine Reihe von Fachvorträgen.

„Uns geht es zunächst auch darum, das Thema überhaupt in die Köpfe zu bringen“, sagte Rottmann-Meyer. Denn Kohle, die aus Pflanzen hergestellt wurde, verspreche zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten in Landwirtschaft und Gartenbau. Sie diene als Bodenverbesserer, Torfersatz oder als Material in technischen Anwendungen mit dem Ziel der Kohlenstoffspeicherung.

Bei der Fütterung von Nutztieren in der Landwirtschaft könne Pflanzenkohle dabei helfen, die Tiergesundheit zu verbessern, Stallemissionen zu senken oder Stickstoff zu binden.

Gerade bei der Bildung von Humus im Gartenbau oder auf dem Acker könne Pflanzenkohle nützlich sein, sagte die 3N-Geschäftsführerin. „Früher wussten die Bauern um die Bedeutung des Humus mehr als heute“, sagte sie. Lange Zeit habe man fehlenden Humus zum Beispiel durch Mineraldünger ersetzt – in Zeiten großer Düngermengen allein aus der Tierproduktion müsse man über Alternativen nachdenken.

Sie gehe davon aus, dass die derzeit verhandelte Neuauflage der sogenannten Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) mehr Wert Nachhaltigkeit und Kohlenstoffbindung legen werde. Wie das in der Praxis im Kleinen funktionieren kann, das berichtete zum Beispiel die BUND-Kreisgruppe Emsland, die im Bauerngarten Helte mit der „Wundererde“ Terra Preta experimentiert. In dieser „schwarzen Erde“ spielt Pflanzenkohle eine bedeutende Rolle bei der Ertragssteigerung.

Über Produktion und Einsatz von Futterkohle in der Tierhaltung berichteten Vertreter mehrerer Unternehmen, von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen oder der Hochschule Göttingen.

Quelle: https://www.noz.de